Durchblick

Ein Teil unseres Rasens wird Wiese

25. Mai 2020
Wiese vor dem Kircheneingang

Wer die Tage an der Kirche oder unserem Gemeindehaus spazieren geht wundert sich vielleicht über hohes Gras und Margeriten im Rasen – ist der Rasenmäher defekt oder haben die Arbeitskräfte Corona-frei?

Nein, ganz und gar nicht! Wir haben große Grünflächen um die Kirche und wollen diese Fläche überall da, wo wir sie z.B. nicht als kurzgeschorene Rasenfläche zum Gottesdienst-Feiern brauchen, naturnah gestalten: Wir mähen Teilbereiche seltener und geben so dem Gras, Kräutern und Wiesenblumen die Chance zu blühen und Samenstände anzusetzen und tragen so zu Vielfalt bei und schaffen Lebensräume für Kleintiere und Insekten.

An der ein oder anderen Stelle sieht es vielleicht für manch einen etwas unordentlich aus – genau das aber lieben Igel, Spitzmaus, Zaunkönig und Co und finden dort Unterschlupf oder Nahrung.

Im Bereich um die große alte Eibe rechts vom Kircheneingang steht momentan flächendeckend ein kleines niedriges Gras in Blüte – ein wunderschönes Gräser-Meer en Miniatur. In diesem Bereich ist die Fläche über die Jahre schön abgemagert und eine neue Gräserzusammensetzung hat sich etabliert. Wir sind noch dabei zu bestimmen, wie es heißt - weiß es jemand von Ihnen?

Die Frühlingsblüher wie die Schneeglöckchen und die Krokusse vor dem Kirchenschiff ziehen nun ihr Grün wieder ein und speichern die Nährstoffe in ihren Zwiebeln, um uns nächstes Jahr wieder zu erfreuen - und Nahrung für die ersten Insekten im Jahr zu bieten. Anders als bei den Bienen überwintern z.B. bei den Hummeln nur die bereits begatteten Jungköniginnen. Sie erwachen früh aus der Winterruhe und zehren zuerst noch von ihren Nahrungsvorräten im Honigmagen aus dem Vorjahr, brauchen dann aber schnell Blütennektar und -pollen, um ein neues Volk zu gründen. Sie machen sich auf die Suche nach einer Nistmöglichkeit in Totholzhaufen, zwischen Steinen oder auch in alten Mauselöchern, um dort die bereits befruchteten Eier abzulegen.

Wir hoffen, Sie haben ebenso Freude an der Vielfalt und dem Leben auf den Grünflächen!

Text und Fotos: Simone Neddermann, KV