2 Jahre Lektorin

29. November 2018

Seit September 2016

bin ich eingeführte Lektorin hier in unserer Kirchengemeinde.

Während der Elternzeit unserer Pastorin Schilde und danach, als ihre Urlaubsvertretung, habe ich schon einige Gottesdienste und Andachten geleitet.

Schon einige Male fragten Gemeindeglieder: Darfst du denn auf die Kanzel steigen?

Ja, ich darf. Und es ist schön, für mich passt es. Als Lektorin bin ich befugt, einen „normalen“ Gottesdienst zu gestalten und zu leiten. Dazu wurde ich ausgebildet und dazu lasse ich mich zweimal jährlich auf Sprengelebene und ca. zweimal jährlich auf Kirchenkreisebene fortbilden.

Es ist spannend, sich aus den angebotenen Predigten für einen bestimmten Sonntag die für mich passende herauszusuchen. Ich möchte nicht etwas „vorlesen“, ich möchte der Gemeinde vermitteln: Dafür stehe ich, das ist mir wichtig weiterzugeben. Manchmal müssen Beispiele aktualisiert werden, manchmal sind einige Passagen in der Wortwahl zu „pastoral“. Oft möchte ich auch Hintergrund einfügen, damit der Text verständlicher wird und nicht so theoretisch bleibt. Und ich habe festgestellt, dass ein Bibeltext heute so und übermorgen ganz anders verstanden werden kann.

Aber auch: Wie begrüße ich die Gottesdienstbesucher? Soll ein Psalmgebet mit der Gemeinde gesprochen werden. Eingangs- und Fürbittengebete müssen entwickelt werden. Und dann die Lieder. Sie sollen zum Thema passen - dazu gibt es auch Vorschläge. Aber manche Texte sind mir zu unverständlich. Oder sie gefallen mir, aber die Melodie ist zu neu und noch nicht hinreichend bekannt. Also wird mit der Organistin beraten. Ach, und die Mitteilungen an die Gemeinde sind auch noch zu verlesen.

All das ist eine spannende Angelegenheit und versetzt mich immer in eine gewisse Aufregung und die Freude ist groß, wenn die Vorbereitung gelungen ist, der Ablauf an die Küsterin geschickt ist. Und dann stehe ich im Gottesdienst und hoffe jedem Besucher einen Gedanken an und von Gott mit in den Alltag zu geben. Am meisten aber berührt mich, wenn ich um Gottes Segen bitte und ihn der Gemeinde zuspreche. 
Ihr Lektorin Marion Gremke