Unser Kreuz hat keine Haken

29. Juli 2021
"Johannes-der-Täufer-Kirche" mit Johanneskraut

Wir brauchen Menschen, die uns aufrütteln. Damals war es Johannes der Täufer. Er war radikal und predigte Umkehr. Vor 80 Jahren war es Dietrich Bonhoeffer. Von ihm hörten wir am 27.6. im Gottesdienst. Seine Lehre von der Kirche ist hochaktuell. Er sagt: „Kirche ist nur Kirche, wenn sie für andere da ist.“ Kirche trägt Verantwortung. Kirche muss das Handeln des Staates kritisch hinterfragen. Bonhoeffer sagt in seiner Friedensrede 1934: „Es gibt keinen Weg zum Frieden auf dem Weg zur Sicherheit. Denn Friede muss gewagt werden. (…) Friede ist das Gegenteil von Sicherung. Sicherheiten fordern heißt Misstrauen haben, und dieses Misstrauen gebiert wiederum den Krieg.“

In unserer Gesellschaft nehmen rechte Gewalt und Antisemitismus zu. Als Christinnen und Christen tragen wir Verantwortung für unsere Kirche und für unsere Gesellschaft. Es ist an uns, zu sagen: „Macht die Augen auf. Ändert euch. Lasst nicht zu, dass Menschen verletzt werden, weil sie anders sind.“

Unter dem Motto #unserkreuzhatkeinehaken gibt es in der evangelischen Kirche immer wieder Aktionen gegen Rechtsradikalismus. Dr. Stephanie Springer, die Präsidentin des Landeskirchenamtes unserer Landeskirche sagte im Juni 2021 bei einer Kundgebung gegen eine rechtsextreme Sonnenwendfeier in Eschede: „Jeder Demokrat und jede Christin ist Antifaschist*in! Wir lehnen jede Form von Extremismus, Rassismus und Gewalt ab. Egal von welcher Seite.“

Ich finde es wichtig im Kleinen zu beginnen. Hier bei uns. Wie wir miteinander umgehen hat eine große Wirkung. Mit den anderen Eltern in der Kita. In der Klassenchatgruppe. Auf der Arbeit. Beim Arzt. Denn: Einer trage des Anderen Last, so werden wir das Gesetz Christi erfüllen. Gal ,2

Seien wir füreinander da. Wie Bonhoeffer es gesagt hat. Kommen Sie gut durch den Sommer.

 

Ihre Pastorin Lara Schilde