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fürchtet euch nicht

23. November 2016

„Seid nicht bekümmert, denn die Freude am HERRN ist eure Stärke.“ Nehemia 8,10

Liebe Leserinnen und Leser!
In vielen Haushalten hört man sie rumoren, den Wischmopp, den Putzeimer und
die Lappen: „Nimm mich in die Hand! Lass mich mein Werk verrichten!“ Und
auch die andere Seite, die Fenster, die Gardinen und die Oberflächen rufen: „Putz
mich, wasch mich, damit die Frühlingssonne auf mir glänzt!“ Es wird Zeit für den
Frühjahrsputz, nachdem der Weihnachtsschmuck wieder für ein paar Monate in
Kisten verstaut ist. Auch so manche Seele streckt sich nach dem Frühling aus. Sie
will mit den Vogelstimmen singen. Sie will die frische Luft in sich aufsaugen und
Altes hinter sich lassen. Die Seele zu entrümpeln fällt aber manchmal schwer. Sie
hängt alten Verletzungen und schlechten Erinnerungen hinterher, deren Staub auf
ihr lasten. Die Frühlingssonne kommt nicht so recht zur Geltung und mancher gesteht: „Mir geht es gerade ziemlich dreckig!“ Es gibt tatsächlich auch Schmutz, den
wir nicht selbst abwaschen können. Altes, was zwischen Menschen und Gott steht.
Gebrochene Treue und Staub auf unserer Erinnerung an ihn. Die Sprache der Bibel
nennt das Sünde und spätestens bei diesem Wort fühlt sich mancher oder manche
entmutigt zum Wischmopp zu greifen. Aber in Sachen Sündenstaub hat Gott selber
das Reinwaschen in die Hand genommen: Das Wasser der Taufe steht für ein Versprechen: Ich wasche Dich rein und lasse meine Sonne durch dich glänzen. Traditionell sind Taufgewänder weiß, denn kein Schmutz hindert mehr daran, dass Gott
und Mensch sich begegnen. Die meisten von uns wurden als Kinder getauft und
haben keine klaren Erinnerungen mehr daran. Das Erinnern an die Taufe ist aber
etwas Wichtiges. Es hilft uns unser Leben nach Gott auszurichten, wenn wir uns
dreckig fühlen oder uns Orientierung fehlt: Alles Wesentliche hat Gott in der Taufe
für mich getan. Er hat alles, was zwischen uns steht, weggewaschen. Nichts trennt
mich von seiner Liebe. Sein Gesicht leuchtet über mir wie die Frühlingssonne.
Freundlich sieht er mich an und ermutigt mich: „Was ist nun zu tun? Ich packe mit
an!“
Ihre
Christiane Preising