"angedacht"

herausgefischt aus dem Adventskalender des Predigerseminars Loccum

Weihnachten und gebrannte Mandeln – Gemeinsamkeiten?

Meine Lieblingssüßigkeit auf dem Weihnachtsmarkt sind gebrannte Mandeln. Denn mit gebrannten Mandeln ist es wie mit Weihnachten und Advent. So ganz allgemein. Wie ich darauf komme?

Also, erstens ist eigentlich alles viel zu süß und manchmal auch ein bisschen klebrig. Die ganze Harmonie und die Vorstellungen, die alle von Weihnachten haben, bleiben an jedem haften, der auch nur das Thema streift.

Zweitens sind richtig gute gebrannte Mandeln gar nicht sooo klebrig, sondern eher knusprig. Oder „crunchy“, wie man neudeutsch sagt. Jede Mandel macht’s spannend im Mund. Vorfreude. Peng! Geschenke. Glitzerregen. Die beste Bescherung, die man sich vorstellen kann.

Drittens geht von den frisch gebrannten Mandeln in ihrer kleinen Papiertüte eine wundervolle Wärme aus, die einem die halb abgefrorenen Finger in der Jackentasche auftauen kann. Wie die Adventszeit unsere eingefrorene Seele. Sie kann zumindest die Sehnsucht danach wecken.

Viertens ist es so, dass gebrannte Mandeln eigentlich nur ein paar Tage lang richtig knackig „crunchy“ und lecker schmecken. Und so richtig genießen kann ich Weihnachten auch nur ein paar Tage. Nach dem dritten Familienessen in leicht wechselnder Besetzung bin ich doch auch dankbar, wenn die Weihnachtszeit wieder zu Ende geht.

Fünftens sind gebrannte Mandeln nur einmal im Jahr lecker. Ich habe mir mal im Juni welche im Supermarkt gekauft. Aber das war überhaupt nicht das Gleiche wie frisch vom Weihnachtsmarkt. Und auch, wenn ich mich manchmal nach adventlicher Gemütlichkeit sehne, bin ich froh, dass Weihnachten und gebrannte Mandeln was Besonderes bleiben.

Juliane Borth, Vikarin in der Gemeinde St. Servatius in Duderstadt

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